8.Spieltag LL: Vorwärts Röslau - SV Lauterhofen 2:2

DEN ERSTEN SIEG VOR AUGEN


„Abstiegskampf pur“ – mit diesen beiden Worten beschrieb Röslaus Trainer Rüdiger Fuhrmann nach dem Abpfiff treffend, was sich in den gut 100 Minuten zuvor im BD|Sensors-Sportpark „Auf der Hut“ ereignet hatte. 2:2 trennten sich in einem äußerst ruppigen Kellerduell mit neun Gelben Karten, drei Zeitstrafen und zwei Platzverweisen der FC Vorwärts und der SV Lauterhofen. Damit warten beide Teams auch nach dem achten Spiel noch auf ihren ersten Sieg. Für Röslau war es nach sieben, zum Teil auch recht unglücklichen Niederlagen, zumindest der erste Punktgewinn. Doch der Befreiungsschlag, den sich beide Teams erhofft hatten, blieb aus.


Besonders ärgerlich ist das Unentschieden für die Gastgeber, die zweimal eine Führung aus der Hand gaben. „Hinten raus müssen wir mit diesem Punktgewinn zufrieden sein, weil wir zweimal einen Rückstand hinterher gelaufen sind“, sagte Lauterhofens sportlicher Leiter Achim Meyer und räumte ein: „Natürlich hatten wir uns mehr erwartet.“ Aber das, was sein Team in der ersten Halbzeit geboten habe, sei eindeutig zu wenig gewesen.


Deutlich zu wenig war auch das, was die Gastgeber über 90 Minuten auf den Platz brachten. Vor allem in der ersten Halbzeit hätte mit kräftiger Windunterstützung viel mehr kommen müssen. Doch die Vorwärts-Elf verzettelte sich immer wieder in Einzelaktionen, ein richtiger Spielfluss wollte trotz deutlicher Überlegenheit nicht aufkommen. Viel Kampf und Krampf, wenig durchdachte Aktionen. Unverständlich, warum bei diesen Verhältnissen nicht ein einziger Distanzschuss auf das Tor des SVL abgefeuert wurde. Kein Vergleich zum Spiel vor einer Woche gegen Forchheim. Fuhrmanns Begründung: „Vor einer Woche waren wir krasser Außenseiter, da konnten wir befreit aufspielen. Heute hat man gesehen, dass uns der Druck des Gewinnen-Müssens gehemmt hat.“


In der 53 Minuten dauernden ersten Halbzeit, in der der Schiedsrichter mit acht Gelben Karten und zwei Zeitstrafen gegen Thomas Federl (SVL) und Kevin Krassa (Röslau) bereits alle Hände voll zu tun hatte, gab es eigentlich nur drei nennenswerte Szenen. Bereits in der sechsten Minute bot sich Miroslav Spirek die Riesenchance zur Röslauer Führung. Aus etwa neun Metern kam er frei zum Schuss, brachte aber keinen Druck hinter den Ball. Der zweite Aufreger dann erst in der 45. Minute, als die Gäste aus 20 Metern einen Freistoß an die Latte knallten. Und dann die vierte Minute der Nachspielzeit: David Thoma drang mit hohem Tempo in den Lauterhofener Strafraum ein, wurde von Torhüter Josef Bäuml und Kapitän Philipp Gottschalk regelrecht umgerannt. Thoma zog sich bei dieser Aktion eine blutige Nase zu, musste mit Diagnose Nasenbeinbruch ins Krankenhaus. Den fälligen Elfmeter verwandelte Spirek zur ersten Röslauer Führung in dieser Saison sicher. „Ein blöde Aktion von uns, durch die wir in Rückstand geraten sind“, ärgerte sich Meyer.


Auch nach dem Seitenwechsel war Röslau zunächst weiter spielbestimmend, versäumte es aber, für eine Vorentscheidung zu sorgen. Die größte Chance bot sich Maurice Hoffmann nach genau einer Stunde, als er nach einem verunglückten Querpass der Gäste plötzlich das leere Tor vor sich hatte, aber das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus etwa 15 Meter über den verwaisten Kasten zu setzen. Er hätte eigentlich die Kugel nur annehmen müssen und hätte mit ihr ins leere Tor laufen können.

 

Knackpunkt des Spiels war wohl die 67. Minute. Zunächst schickte Schiedsrichter Julian Schäff Bastian Meyer I mit einer Zeitstrafe vom Platz. Weil der Lauterhofener laut reklamierte, sah er sofort die Ampelkarte. Dieser Platzverweis rüttelte die Oberpfälzer, von denen bis auf den Lattentreffer kurz vor der Halbzeit nicht viel zu sehen war, plötzlich wach. Sie übernahmen nun das Kommando, und stürzten in Unterzahl die Röslauer in eine Verlegenheit nach der anderen. Der Ausgleich durch Andreas Wastl, bei dem sich die Hintermannschaft der Gastgeber ganz schön düpieren ließ, war irgendwie die logische Konsequenz.

Doch die Gastgeber schlugen zurück. Mit dem schönsten Spielzug des Tages über die eingewechselten Joel Lassan und Justin Achatz gelang Hoffmann die erneute Führung, die allerdings nur drei Minuten Bestand hatte – und wieder offenbarte die Röslauer Abwehr hier große Schwächen.

Am Ende hatten die Platzherren noch Glück, dass in der 90. Minute der vermeintliche Siegtreffer für die Gäste wegen Abseits aberkannt wurde  - eine korrekte Entscheidung des Schiedsrichters. Kurz nach dem 1:1-Ausgleich war im Übrigen auch den Gastgebern ein Hoffmann-Tor wegen Abseitsstellung nicht gegeben worden.


Das Unentschieden in einem weitgehend nicht sehr schön anzuschauenden Spiel hilft letztlich keinem der beiden Teams weiter, vor allem für den FC Vorwärts ist es eine herbe Enttäuschung. Er hat am Sonntag (Anstoß 14 Uhr) in einem weiteren Heimspiel gegen Mitaufsteiger SpVgg Mögeldorf erneut die Chance, den ersten Dreier einzufahren.


FC Vorwärts: Stumpf – S. Knoblauch, Krassa, Fuchs, Ponader, Benker, Schmidt, Thoma (46. Achatz/90.+2 T. Tröger), Lang (53. Hoffmann), Spirek (87. Ruckdäschel), Dadder (74. Lassan)

Tore: 1:0 Spirek (45.+7/FE), 1:1 An. Wastl (71.). 2:1 Hoffmann (79.), 2:2 Al. Wastl (82.)

Zeitstrafen: Krassa (42./VWR), Federl (42./SVL), B. Meyer (67./SVL)

Gelb-Rote Karten: B. Meyer (71./SVL), Krassa (90.+1/VWR)

Zuschauer: 170 | Schiedsrichter: Julian Schäff (Maroldsweisach)

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Veröffentlichung

Sa, 23. August 2025

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