27.Spieltag LL: FC Vorwärts Röslau - FSV Erlangen-Bruck 0:4

RÖSLAU ENTTÄUSCHT UND VERLIERT KLAR

 

Der FC Vorwärts Röslau enttäuscht im Heimspiel gegen den FSV Erlangen-Bruck und verliert nahezu ohne Gegenwehr mit 0:4 (0:3). Die Gäste können sich auf der "Hut" zumindest ein Stück weit vom aktuellen Alltag ablenken.

 

Angesprochen auf die Frage, ob seine Mannschaft das tragische Unglück vor einer Woche in den zurückliegenden 90 Minuten ausblenden oder sogar Kraft und Energie schöpfen konnte, findet der Brucker Trainer Philip Messingschlager zunächst keine Antwort, ringt kurzzeitig mit den Worten. Nach einigen Sekunden lässt er tief blicken und erklärt: "Das weiß ich nicht. Die Mannschaft, der Verein, die ganze Stadt Erlangen stehen immer noch unter Schock. Der Todesfall wird uns alle noch einige Zeit beschäftigen. Aber das Spiel heute hat schon gut getan, um zumindest für einen Moment auf andere Gedanken zu kommen."

 

Nach einer Schweigeminute startete die Partie ereignisreich. Nur drei Minuten waren gespielt, als ein - wohl als Flanke gedachter - Abschluss von Florian Rupprecht sich gefährlich senkte und auf die Latte prallte. Nur eine Zeigerumdrehung später zappelte das Netz - auf der anderen Seite: im direkten Gegenzug ging Piller auf der linken Seite bis an die Grundlinie, wurde dabei nicht ausreichend gestört und legte zurück in Richtung Elfmeterpunkt, wo zwei Röslauer am Ball vorbeischlugen; Samuel Arles schob als lachender Dritter zur Gästeführung ein (4.). Wieder einmal ein frühes Gegentor für den Tabellenletzten, das dem FSV voll in die Karten spielte: "Röslau wollte erst einmal tief stehen. Wenn es hier 30, 40 Minuten lang 0:0 steht, kann es für uns richtig unangenehm werden. Das wollten wir vermeiden, der frühe Treffer war natürlich optimal.", ordnet Messingschlager den Dosenöffner ein.

 

Mit dem 1:0 im Rücken setzten die Brucker Jungs die Gastgeber mit hohem Pressing massiv unter Druck und legten nach einer Viertelstunde nach. Röslau bekam den Ball nicht frühzeitig geklärt, es kam zum Pressschlag an der rechten Strafraumecke. Den Abpraller schweißte Nikola Milovski eiskalt in den linken Torknick (14.). Der Rückstand setzte der viel zu behäbig agierenden Vorwärtself zu, sie konnte sich im Verlauf der ersten Halbzeit phasenweise kaum aus der eigenen Hälfte befreien. Zu allem Überfluss wurde die Verletztenliste wieder ein Stück länger. Justin Achatz musste nach nur 24 Minuten ausgewechselt werden, nachdem er bei der Landung nach einem Kopfball umknickte. Perfekt ins Bild eines gebrauchten Tages passte das 0:3, als Tim Tröger eine Dogan-Flanke unglücklich ins eigene Tor abfälschte (35.).

 

Auch nach der Pause änderte sich wenig. Erlangen-Bruck kontrollierte das Spiel nach Belieben und setzte immer wieder offensive Nadelstiche, während Röslau fortan um Schadensbegrenzung bemüht war und u.a. dank Torhüter Luca Kurth und dem Aluminium die Angriffe der Gäste abwehrte. Zusätzlich musste die Heimelf in einem insgesamt fair geführten Spiel nach einem übermotivierten Einsteigen von Joel Lassan im Mittelfeld (56.) eine zehnminütige Unterzahl überstehen. Diskussionsbedarf kam kurzzeitig nach einem Lattentreffer des FSV auf: der Ball sprang nach unten, wo ihn die Mittelfranken hinter der Linie gesehen haben wollen. Das gut leitende Schiedsrichtergespann entschied auf kein Tor. Eine knifflige Situation, die glücklicherweise nicht spielentscheidend war. Neun Minuten nach dem zweiten verletzungsbedingten Röslauer Wechsel (71.) - Ceylen konnte nach einem Zusammenprall mit Gästekeeper Izbudak mit Verdacht auf Gehirnerschütterung nicht weiterspielen - erhöhte der neue Tabellendritte ohnehin durch Doppeltorschütze Milovski auf 4:0, nachdem die Vorwärts-Defensive erneut jegliches Zweikampfverhalten vermissen ließ. Bezeichnend für den enttäuschenden Auftritt war eine Offensivaktion kurz zuvor als Izbudak den Ball nicht richtig traf und Lichtblaus Abschluss von Oliinyks Kopf ins Toraus prallte. Und so war man auf der "Hut" ganz froh, als um 15.45 Uhr pünktlich der Schlusspfiff ertönte, da man aufgrund der vielen Ausfälle - allein am Samstag fehlten mit Benker, Dadder, Winterling, Krassa und Thoma fünf Stammspieler - derzeit mit vielen Teams der Landesliga einfach nicht mithalten kann.

 

FC Vorwärts: Kurth - T. Tröger, Rupprecht, Schmidt, S. Knoblauch, Achatz (24. Ruckdäschel), Ceylen (71. Oliinyk), Lichtblau, Lassan, Ponader, Lang

Tore: 0:1 Arles (4.), 0:2 Milovski (14.), 0:3 Dogan (35.), 0:4 Milovski (80.)

Zeitstrafe: Lassan (56./Röslau)

Zuschauer: 105 | Schiedsrichter: Matthias Zahn (FC Grossalbershof)

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Sa, 28. März 2026

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen